Errungenschaften

Über Arbeitsrecht und Sozialversicherung

Die Verleihungen und alle Regelungen am Berg erfolgten nach der Bergordnung für Gossensaß und Schwaz, die 1427 von Herzog Friedrich erlassen wurde und auf die Schladminger Bergordnung von 1408 zurückging. Die Bergordnung von 1427 bestimmte 11 Geschworene, die alle Streitigkeiten schlichten sollte, und bestellte einen Bergrichter und einen Wechsler (Steuereinnehmer) als Obrigkeit. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass alle Arbeiter wöchentlich zu bezahlen waren (ein Hauer bekam z.B. einen Gulden). 1447 verbesserte Herzog Sigmund die Bergordnung für Schwaz um einige Punkte, und 1449 erfolgte die letzte große Erweiterung der Ordnung. Aus diesen Ordnungen des Schwazer Bergwerkes ergibt sich ein völlig neues, von der festen mittelalterlichen Ordnung abweichendes Recht. Das wichtigste ist die Freiheit am Berg, die Gleichbehandlung von Ansässigen und Zuwanderern und Vorrechte und Freiheiten für alle am Bergwerk Tätigen (jeder Bergmann durfte auf öffentlichem Boden steuerfrei ein Haus errichten, oder zum Eigengebrauch Vögel und Fische fangen).

Das Bruderhaus war eine Art Krankenhaus, das eingerichtet wurde, um Knappen, die bei ihrer Arbeit verletzt oder krank wurden, zu pflegen und zu erhalten, da sie durch ihre Arbeitsunfähigkeit nicht für ihren Unterhalt aufkommen konnten. Finanziert wurde das Bruderhaus durch die Bruderlade, die der Vorgänger unseres heutigen Sozialsystems war. Jeder Arbeiter hatte monatlich einen Kreuzer abzugeben. Dieses Geld wurde vom Hutmann bei der Ausbezahlung einbehalten und an den jeweiligen Gewerken weitergegeben, der dann wiederum das Geld in die Bruderlade einzahlte.
Die Leitung des Bruderhauses hatte der Hausvater, der von zwei Brudermeistern unterstützt wurde. Diese drei Personen hatten aus der Bruderlade ein Haus, das Grundstück und die Einrichtung zu finanzieren, um die bedürftigen Erzknappen mit Speis und Trank zu versorgen und sie „mit Arzneien zu versehen und heilen zu lassen, bis sie wieder gesund“ waren. Außerdem wurde an die Erzknappen, die das Bruderhaus in Anspruch nahmen, eine Art Tagessatz ausbezahlt. Weiters wurden aus der Bruderlade ein Priester, der im Bruderhaus täglich eine Messe las, eine Köchin, Knechte und Mägde bezahlt. „Es werden aber keine Weiber, selbst wenn sie arm und krank sind, darin aufgenommen.“ Der Hausvater und die Brudermeister hatten der Berggerichtsobrigkeit jährlich Bericht zu erstatten.
Eines der Bruderhäuser befand sich auf dem Gelände der ehemaligen Tabakfabrik.