Fugger

Eine schwäbische Erfolgsgeschichte

Die Familie Fugger, die ursprünglich aus dem schwäbischen Dorf Graben stammte, war die einflussreichste der Augsburger Handelsgesellschaften. Seit der Firmengründung durch Hans Fugger im Jahre 1367 wuchs der fuggersche Betrieb zum wichtigsten im deutschen Reich heran. Sie waren die Bankiers der Päpste und Kaiser und betrieben Handel in der gesamten damals bekannten Welt (Hinweis: Im Haus der Völker befinden sich afrikanische Armreifen aus Schwazer Kupfer, die über den Handel der Fugger nach Afrika gelangt sind). Die Fugger finanzierten das feudale Leben von Sigismund dem Münzreichen, die imperialistischen Pläne von Maximilian I. und auch die Wahl Karls V. zum deutschen König wurde durch die Bereitstellung der Bestechungssumme für die Kurfürsten (etwa 850.000 Gulden) von den Fuggern ermöglicht. In den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts gründeten Ulrich und Georg Fugger eine Handelsfirma im Deutschen Handelshaus in Venedig, der Handelsmetropole der beginnenden Neuzeit. Ihr jüngster Bruder, Jakob der Reiche (!) führte nach seinem Studium im Buchhaltungswesen in Venedig die Handelsniederlassung in Innsbruck und leitete auch die Geschäfte in Bezug auf den Schwazer Bergbau. Jakob schaffte es, mit dem Kupfer aus dem Schwazer Bergbau und dem Kupfer aus Neusohl ein europäisches Kupferimperium aufzubauen und in weiterer Folge sogar ein Kupfermonopol zu etablieren. In Schwaz bauten sich die Fugger einen feudalen Ansitz, das Fuggerhaus, in dem heute die Tertiär Schulschwestern zu finden sind. Als Jakob Fugger 1525 kinderlos verstarb, erbte sein Neffen Anton die Firma mit einem Firmenkapital von über 2 Millionen Gulden. Anton konnte das Fuggerimperium vergrößern. Durch Handel mit allen möglichen Waren, von Metallen über Gewürze zu Textilien und Arzneien konnte Anton Fugger das Firmenkapital mehr als verdoppeln. Neue Bergbauanteile in Skandinavien und Handelsverbindungen nach Peru und Chile führten die Fugger zu ihrer Blüte. Als im Jahre 1560 nach dem Tod Anton Fuggers eine Inventur durchgeführt wurde, ergab sich ein Vermögen von 5.6 Millionen Gulden und bei den Fuggern offene Schuldlasten von 5.4 Millionen Gulden (2.9 Mio. Gulden alleine in Spanien).
Doch die schwindende Rentabilität des europäischen Bergbaus machte auch den Fuggern zu schaffen. 1547 gaben sie Neusohl auf und 1657 ziehen sie sich als letzte Gewerken aus dem Schwazer Bergbau zurück und der staatliche Bergwerkshandel übernimmt den fuggerschen Abbau und wird zum alleinigen Betreiber der Bergwerke am Falkenstein.
Der Einfluss der Familie Fugger ging zurück, doch durch die Anhäufung von Ländereien durch Jakob und Anton Fugger gibt es heute noch drei Linien des Fugger Geschlechtes.