Zillertalbahn

Der Bau einer Eisenbahn von Jenbach in das Zillertal wurde erstmals 1868 in der Lokalpresse besprochen. Der Zustand der Wege und der einzigen Landstraße, einer engen, kurvenreichen und holprigen, zum Teil sumpfigen Straße, war so schlecht, daß sie größtenteils nur mit Pferden oder Saumtieren benutzt werden konnte. Bis zum Jahre 1902 gab es den sogenannten „Stellwagenbetrieb“, bei dem die Reisenden in Zell am Ziller übernachten mußten.
Mit großen Mühen und unter finanziellen Schwierigkeiten konnte die Bahn am 31.07.1902 bis Mayrhofen in Betrieb genommen werden. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Bahn zwei Lokomotiven namens „Raimund“, wohl nach Dr. Raimund Rainer, und „Zillertal“, sowie 10 Personenwagen und 22 Güter- und Postwagen.
Positiv zu vermerken war der 1928 in Tux beginnende Magnesitbau, der für die Bahn wichtige wirtschaftliche Grundlage bis zu seiner Einstellung 1976 blieb.
1965 erreichte die Bahn den bislang kritischsten Punkt ihrer Geschichte; sie sollte zugunsten eines Straßenprojektes eingestellt werden. Das Projekt der Elektrizitätswirtschaft, im hinteren Zillertal ein Speicherkraftwerk zu bauen konnten diese gefährliche Klippe umschiffen. Die Zillertalbahn übernahm die Transporte der Baugeräte und lieferte pünktlich 325.000 to Zement, ohne die ohnehin infarktgefährdete Straße weiter zu belasten. Die Anschaffung von Rollwagen, neuer Dieselloks für die Güterzüge, Einführung des Zugfunkes, erstmalig in Österreich und beispielgebend für viele andere Bahnen, bewiesen, dass selbst eine kleine Bahn Unglaubliches zu leisten imstande war.
Heute heißt die Zillertalbahn Zillertaler Verkehrsbetriebe AG, weil sie 1956 „der neuartigen Verkehrsentwicklung auf der Straße Rechnung tragend“ den Autobus-Linienverkehr aufnahm und so umbenannt wurde.
Die Zillertalbahn ist 32 km lang, führt auf ihrer eingleisigen Strecke auf einer Spurweite von 760 mm über 35 Brücken vorbei an bekannten Tourismusorten. Höchstgeschwindigkeit der Dampfzüge – 35 km/h. Also … bitte anschnallen und das Rauchen einstellen.

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